Wissenswertes

Stoffe im Wasser

Kalk, Rost und Schmutz sind fast immer die Ursache für Schäden an der Haus- und Trinkwasserinstallation. Von unangenehmen Nebenerscheinungen, wie Beeinträchtigungen des Geschmacks und erhöhtem Energieverbrauch durch Verkalkung, ganz zu schweigen. In diesem Bereich finden Sie Informationen, wie diese häufigen Schadensursachen entstehen und mit welchen Verfahren sie sinnvoll bekämpft werden.

Rost

Rost entsteht aus einer Reaktion von Wasserinhaltsstoffen und Metallen mit Sauerstoff. Im Wasser kann sich das auf vielfältige Weise äußern. Zum Beispiel färbt sich das Wasser bräunlich rot. Dies kann ganz natürliche Ursachen haben: Eisen kann bereits von Wasser aus Gesteinsschichten gelöst worden sein. Rostpartikel und eingeschwemmter Schmutz verursachen allerdings bei Ablagerung Korrosion und weitere Rostbildung in der Wasserinstallation und führen letztendlich zu Lochfraß und damit zu drohendem Wasserrohrbruch. Rostbildung und Korrosionsschäden werden durch eine ordnungsgemäße Spülung bei der Inbetriebnahme von Wasserinstallationen und durch den Einsatz von Filtern vermieden. Durch Sanierung und Dosierung können Rostschäden in einem gewissen Rahmen sogar behoben werden.

Kalk

Verursacher der gefürchteten Kalkablagerungen sind die Härtebildner Calcium und Magnesium, die im Wasser gelöst sind. Bei Temperaturerhöhung reagieren diese mit Hydrogencarbonat, dadurch wird Calciumcarbonat (Kalk) gebildet. Aus diesem Grund sind alle Geräte, in denen Wasser erwärmt wird, wie zum Beispiel Warmwasserboiler und -armaturen, Spül- und Waschmaschinen, besonders durch Kalkablagerungen gefährdet. In einer Vielzahl bundesdeutscher Haushalte, in denen Härtebereiche zwischen mittel und hart existieren, treten Kalkprobleme auf. Filter, Enthärtungsanlagen und Dosiergeräte schaffen hier die nötige Abhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Allgemeines zur Wasseraufbereitung

Was ist Kalk?

Kalk ist eine chemische Verbindung der Elemente Calcium, Kohlenstoff und Sauerstoff. Wegen seiner Löslichkeit ist Kalk ein Bestandteil der meisten natürlichen Gewässer und ist daher auch in unserem Trinkwasser enthalten. Die Konzentration wird in Deutschland mit „Grad deutsche Härte (°dH)“ angegeben. Kalkablagerungen können Haushaltsgeräte schwer beschädigen und zum völligen Verschluss der Rohrleitungen führen. Im ganzen Haus – an glatten Flächen, Fußböden und Fliesen – machen sich Kalkflecken zudem optisch unangenehm bemerkbar.

Warum Wasseraufbereitung?

Unsere Wasserwerke liefern einwandfreies Trinkwasser, das man ohne weitere Behandlung genießen darf. Doch nur 2 – 5 % des im Haushalt verwendeten Wassers wird zum Trinken und Kochen genutzt. Der weitaus größere Teil des Wasserverbrauchs wird zum Baden und Duschen, zur Toilettenspülung, zum Waschen usw. verwendet.

Beim Erwärmen scheidet hartes Wasser Kalk ab, der sich in den Rohrleitungen festsetzt. Dies kann zu Verstopfungen und Energieverlusten führen und Armaturen beschädigen. Aggressive Wässer verursachen Korrosionen im Leitungssystem, die teure Folgeschäden nach sich ziehen können. Deshalb muss das Wasser – je nach seiner natürlichen Zusammensetzung unter geplanten Verwendung zur Kalkverhinderung und zum Korrosionsschutz – aufbereitet werden.

Wie macht sich verkalktes Wasser bemerkbar?

  • In weißen, glanzlosen Flecken auf Geschirr und Besteck
  • Durch leichte bis starke Verkrustungen an Wasserhähnen, Badewanne oder Waschbecken
  • Durch Kalkstein im WC

Einmal festgesetzt, lassen sich die Ablagerungen nur mit aggressiven Reinigern entfernen. Die genaue Härte in °dH kann mit den Härtemess-Stäbchen bestimmt werden.

Wann ist Wasser hart?

Die Wasserhärte wird in „Grad deutscher Härte“ (°dH) gemessen. Ab 14°dH gilt Wasser als hart – je höher der Grad, desto kalkhaltiger. Bei 10 °dH werden etwa 178 Gramm Kalk pro Kubikmeter angenommen. Das macht bei 17 °dH und dem durchschnittlichen Wasserverbrauch einer vierköpfigen Familie innerhalb von nur 10 Jahren schädliche 35 Kilogramm Kalk… in etwa eine volle Schubkarre!

Wie hart ist das Wasser in meiner Region?

Das ist unterschiedlich. Auskunft über den Härtegrad des Wassers in Ihrem Ort erhalten Sie ohne Weiteres bei Ihrer Gemeinde oder Ihrem Wasserversorger.

Warum belastet zu hartes Wasser die Umwelt?

Bei sehr hartem Wasser werden bis zu 100% mehr Waschmittel verbraucht. Dies belastet natürlich die Abwässer entsprechend. Das gleiche gilt auch für Duschgel, Haarshampoo und Seife. Zum Entfernen von Kalkflecken auf Fliesen, Armaturen und Sanitärkeramik sind säurehaltige Reinigungsmittel notwendig. Auch dadurch wird das Abwasser mehr als nötig belastet. Außerdem wird mehr Energie verbraucht, da jeder Millimeter Kalkablagerungen bis zu 10% mehr an Energieaufwand bedeutet. Mehr Energieverbrauch bedeutet mehr Luftverschmutzung bei der Energiegewinnung.

Ablagerungen auf dem Wärmetauscher können den Wirkungsgrad verschlechtern

Bereits 1 mm Kalkbelag erhöht den Energieverbrauch um ca. 10 %.

Filter

Welche Gründe sprechen für einen Filtereinbau?

Gelegentlich werden mit dem Trinkwasser kleine Feststoffpartikel, wie z. B. Rostteilchen und Sandkörner, in die Hausinstallation eingespült. Derartige Partikel können fremdstoffinduzierte Korrosionsschäden in Form von Mulden- und Lochfraß in den Rohrleitungen bewirken, im Laufe der Zeit Brauseköpfe bzw. Luftsprudler verstopfen oder die Funktion von Armaturen stören. Filter verhindern, wenn sie geeignete Durchlassweiten nach DIN EN 13443-1, 19628 aufweisen, solche Erscheinungen weitgehend. DIN EN 806-2, B.4.

Zur Vermeidung des Einspülens von Feststoffpartikel aus dem Versorgungsnetz sind Filter nach DIN EN 13443-1, 19628 einzubauen.

Anmerkung:  Bei Leitungssystemen aus Kunststoff ist zu beachten, dass diese immer auch Bauteile aus Metallen enthalten.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Filtereinbau?

Der Einbau eines Filters hat zeitlich vor der erstmaligen Füllung der Trinkwasseranlage und örtlich unmittelbar hinter der Wasserzähleranlage zu geschehen. Eine regelmäßige Wartung nach DIN EN 806-5 ist erforderlich. Bei der Erweiterung bestehender Hausinstallationen oder dem Auswechseln größerer Installationsabschnitte kann der Einbau eines zusätzlichen Filters an der Übergangsstelle zweckmäßig sein, um die Einschwemmung von Feststoffen aus bestehenden Leitungsabschnitten zu vermeiden (DIN EN 806-2).

Welche Filterarten gibt es und wodurch unterscheiden sie sich?

  • Nichtrückspülbare Filter = Wechselfilter (Feinfilter, Kerzenfilter)

    Hierbei geschieht der Reinigungsvorgang durch Wechsel des Filtereinsatzes (Filterkerze), womit die ursprüngliche Durchlassweite (Druckverlust) wieder hergestellt wird. Aus hygienischen Gründen ist ein Austausch (Ersatzfilterkerze) mindestens alle 6 Monate erforderlich (DIN EN 806-5, A).
    Vorteil: Nach Austausch des Filtereinsatzes (Werkstoff PE) wieder 100%ige Leistung „wie neu“! Somit wieder einen komplett neuen hygienischen Filter. Ausbau des Filtereinsatzes ohne besonderes Werkzeug möglich.

  • Manuelle rückspülbare Filter = Rückspülfilter

Dosierung

Wie verhindert man Korrosion und Steinbildung?

Korrosion verursacht rotbraunes Wasser und beeinträchtigt nicht nur die Trinkwasserqualität, sondern hinterlässt auch dauerhafte Spuren an Sanitär-Einrichtungen und zerstört diese gänzlich. Durch den Einsatz der Dosiertechnik wird diesem Prozess mittels Bildung einer Schutzschicht in der Rohrleitung vorgebeugt. Die „DVGW-zertifizierte“ Technik gewährleistet, dass der Gehalt an zugegebenem Mineralstoff die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung nicht überschreitet.

Die Neigung des Wassers zu Kalkabscheidungen steigt mit der Temperatur. Durch die Dosierung von Polyphosphat kann die Steinbildung vermindert werden.

Wie schützt man Solaranlagen?

Die Übertragung im Wärmetauscher von Solaranlagen kann durch Kalkablagerungen empfindlich gestört werden. Wirkungsgradverluste von 30 % sind keine Seltenheit. Zuverlässigen Schutz für Boiler und Leitungen bietet eine Mineralstoffdosierung. Durch Zugabe von Mineralien bleibt der Kalk in gelöster Form erhalten und setzt sich nicht im Leitungssystem ab.

Enthärtung

Welche Vorteile bietet Ihnen weiches Wasser?

Für Ihren Haushalt:

  • Weiches Wasser verleiht Glanz und Reinheit in Bad und Küche
  • Verhindert Kalkrückstände auf Wannen, Waschbecken und Armaturen
  • Verkürzt Reinigungszeit im Haushalt
  • Entfaltet das Aroma bei Tee und Kaffee

Für Ihre Wäsche:

  • Verlängert die Lebensdauer von Kleidung und Wäsche
  • Erhöht den Weißgrad der Wäsche
  • Wäsche wird fühlbar flauschiger
  • Verbessert die Bügeleigenschaft der Wäsche

Gibt es Spareffekte durch weiches Wasser?

Kostenersparnis

  • Geringerer Verbrauch an Wasch-, Weichspül- und Reinigungsmitteln
  • keine Anwendung von Kalkschutzmitteln für Waschwasser und Wäsche
  • reduzierter Reparaturaufwand

Zeitersparnis

  • Kürzere Reinigungs- und Pflegezeiten im Haushalt

Energieersparnis

  • Weniger Energieverbrauch beim Erhitzen von Wasser

Welche Argumente sprechen noch für eine Enthärtungsanlage?

Werterhalt

  • Schonung von Materialien und Reduzierung der Reparaturanfälligkeit in der Wasserzufuhr von durch enthärtetes Wasser

Lebensqualität

  • Steigerung von Vitalität, Wohlbefinden, Geschmack und Genuss durch weiches Wasser im Haushalt

Effizienz

  • Länger glänzende Sauberkeit in Bad und Küche, sowie kürzere Reinigungszeiten und geringerer Bedarf an Putzmitteln

Hat es gesundheitliche Auswirkungen, wenn dem Wasser die wertfollen Mineralstoffe Calcium und Magnesium entzogen werden?

Die Mengen an Calcium und Magnesium im Trinkwasser machen nur einen winzigen Bruchteile der Mineralstoffe aus, die der Mensch zu sich nimmt.

Käse beispielsweise enthällt 1.000 mal mehr Mineralstoffe.

Gibt es spürbare Geschmacksveränderungen nach der Behandlung des Wassers in einer Enthärtungsanlage? Schmeckt das Wasser salzig?

Geschmacksveränderungen sind nicht festzustellen. Das Wasser wird jedoch weicher und der Genuss dadurch angenehmer. Salzig schmeckt das Wasser in keinem Fall.

Reduziert sich der Reinigungsaufwand?

Der Reinigungsaufwand reduziert sich deutlich. Bad und Küche bleiben länger glänzend sauber. Auch lassen sich Reinigungen viel schneller durchführen. Der Verbrauch an Putzmitteln wird zudem deutlich reduziert. Gut für den Geldbeutel sowie für die Umwelt.

Wird die Wäsche weicher?

Wäsche kann auch durch Weichspüler „weich“ werden. Durch eine Enthärtungsanlage wird der Einsatz von Weichspüler nahezu überflüssig. Das spart Geld und schont die Umwelt.

Wie viel Waschmittel lässt sich einsparen?

Je nach Wasserhärte sind Einsparungen bis zu 50% bei der Dosiermenge möglich. Ein Blick auf die Packung des Waschmittels verdeutlicht dies, denn hier werden Dosiermengenempfehlungen für verschiedene Wasserhärten angegeben.

Werden Entkalkungshilfen wie „Calgon“ noch benötigt?

Nein. Eine Enthärtungsanlage macht die Verwendung überflüssig.

Verbessert sich das Spannungsgefühl der Haut?

Weiches Wasser reizt deutlich weniger als kalkhaltiges Wasser. Dies wirkt sich positiv auf Haut und Haare aus.

Ist eine Enthärtungsanlage umweltschädlich oder umweltfreundlich?

Eine Enthärtungsanlage hat positive Auswirkungen auf die Umwelt. Der Wasch- und Reinigungsmittelbedarf wird reduziert. Der bei Verkalkung entstehende höhere Energiebedarf wird vermieden.

Wie funktioniert das Ionenaustauscherverfahren?

Das naturidentische Ionenaustauschverfahren ist seit Jahrzenten bewährt. Durch EN- und DIN-Normen und Kennzeichnung mit dem „DVGW-Zertifikat“ ist gewährleistet, dass dieses Verfahren und die verwendeten Anlagen dem Stand der Technik und den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. Dabei werden die Härtebildner Calcium- und Magnesiumionen ausgetauscht. Zur Regeneration des Ionenaustauscherharzes ist Regeneriersalz erforderlich.

Wer baut die Anlage ein? Sind Umbauten im Keller erforderlich? Wie aufwändig ist der Einbau?

Den Einbau übernimmt ein Fachhandwerker. Es sind keine aufwändigen Arbeiten erforderlich; die Anlage wird direkt an die Trinkwasserzufuhr angeschlossen und steht sicher auf dem Boden.

Schmeckt der Kaffee oder Tee mit Weichwasser anders?

Tendenziell schmecken Kaffee und Tee mit enthärtetem Wasser „besser“, weil sich die Geschmacksträger und Aromen intensiver entfalten können.